Was Sie wirklich bei Histaminintoleranz tun können

Sie wissen nicht mehr ein noch aus, weil sie mal so, mal so auf Nahrungsmittel reagieren? Können nichts mehr essen und wissen schon gar nicht mehr, was Sie noch alles aus Ihrem Speiseplan weglassen sollen? Ein klarer Fall für eine ganzheitliche Vorgehensweise bei Histaminintoleranz!

Die wahren Ursachen einer Histaminunverträglichkeit

Lassen Sie mich zuerst kurz die wahren Ursachen einer Histaminunverträglichkeit skizzieren:

1. Darmschleimhaut des Dünndarms ist geschädigt

Die Schädigung der Darmschleimhaut des Dünndarms ist eine der Hauptursachen für Histaminunverträglichkeit. DAO (Diaminoxidase) ist das Histamin abbauende Enzym, das hauptsächlich in der Dünndarmschleimhaut und im Dickdarm gebildet wird und im Darm Histamin abbaut. Liegt ein DAO-Mangel vor, so begünstigt dieser Histamin-Intoleranz.

2. Mikronährstoffmangel (DAO- & HNMT-Mangel)

Oft liegt bei Histaminunverträglichkeit auch ein Mikronährstoffmangel vor. HNMT (Histamin-N-Methyltransferase) ist ein weiteres Histamin abbauendes Enzym, das vor allem in der Leber und den Nieren gebildet wird und in jeder Zelle und im Zentralnervensystem wirkt. Mikronährstoffe können einfach ergänzt werden.

3. Gendefekt bei einer angeborenen Histaminintoleranz

In seltenen Fällen liegt ein Gendefekt vor, der eine angeborene Histaminintoleranz hervorruft.
Eine ganzheitliche Vorgehensweise geht der wahren Ursache nach, stärkt Ihren Körper und löst so Unverträglichkeiten mehr und mehr auf.

Die ganzheitliche Vorgangsweise bei Histaminintoleranz

Hier meine Empfehlung für eine ganzheitliche Vorgehensweise bei Histaminintoleranz:

1. Histaminhältige und –auslösende Nahrungsmittel für längere Zeit meiden

2. Auf bestimmte Lebensmittelgruppen einige Zeit verzichten

Verzichten Sie für einige Zeit auf Milch, Getreide und Hülsenfrüchte und auch auf Nachtschattengewächse, weil diese Entzündungen begünstigen und Ihren Darm in Unruhe bringen können.

3. Mikronährstoffmängel testen und fehlende Mikronährstoffe einnehmen

  • Bei Abbaustörung der DAO: Kupfer, Vitamin B6, Vitamin C, + Zink, Calcium, Magnesium, Mangan, Zink
  • Bei Abbaustörung der HNMT: L-Methionin, Magnesium, Vitamin B6, B9 und B12, Zink

4. Entzündungshemmende und mastzellenstabilisierende Ernährung

Führen Sie eine entzündungshemmende und mastzellenstabilisierende Ernährung durch.

  • Meiden Sie, falls bei Ihnen vorhanden, strikt alle Nahrungsmittel-Allergene und unverträglichen Nahrungsmittel, da diese normalerweise zu Entzündungen an der Darmschleimhaut und zu Schäden im Darm führen.
  • Essen Sie natürliche, biologische und unverarbeitete Lebensmittel, vor allem Gemüse und bereiten Sie diese selbst zu. Diese Art von Lebensmitteln haben die meisten Mikronährstoffe wie Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, Antioxidanzien und Sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Verzichten Sie auf den Einsatz einer Mikrowelle.
  • Meiden Sie denaturierte und industriell hergestellte Nahrungsmittel.
  • Essen Sie hochwertige Omega-3-Fettsäuren, wie sie z. B., in Fisch, kalt gepresstem Leinöl und Hanföl vorkommen.
  • Essen Sie entzündungshemmende Kräuter und Gewürze wie Kurkuma, Ingwer, Bärlauch, Kamille, Salbei aber auch Zwiebeln und Knoblauch, wenn gut verträglich.

5. DAO Hemmer reduzieren

Diese Nahrungsmittel / Stoffe schädigen das Enzym DAO, das im Darm Histamin abbaut:

  • Alkohol
  • Grüner Tee
  • Mate Tee
  • Schwarzer Tee
  • Kakao
  • Energy Drinks
  • Muskatnuss
  • Ascorbinsäure

Ersetzen Sie diese Nahrungsmittel  / Stoffe durch für Sie gesündere Alternativen.

6. Einnahme spezieller Nahrungsergänzungsmittel

Nehmen Sie OPC (Traubenkernextrakt) ein, dass die Histamin Ausschüttung generell senkt, und die Heilpilze ABM (Agaricus blazei murrill) und Reishi, die das Immunsystem und die TH1-TH2-Balance des Immunsystems regulieren.

7. Testung des Darms durchführen lassen

Lassen Sie Ihren Darm von einem Therapeuten Ihres Vertrauens testen, der sich aber vor allem auch mit dem Darmmilieu auskennen muss. Das Darmmilieu kann durch einen starken Darmfloraschaden und eine dadurch verursachte enzymatische Störung der Verdauung stark geschädigt sein. Dies wird am besten mit bestimmten Ernährungsrichtlinien korrigiert.

  • Liegt ein Gärungsmilieu vor, ist das Meiden von langkettigen Kohlenhydraten und Rohkost für einige Zeit sinnvoll.
  • Liegt ein Fäulnismilieu vor, empfehle ich das Meiden von tierischem Protein für einige Zeit. Nur so wird eine Darmheilung optimal unterstützt.

Weitere wichtige Teile des Darms sind die Darmschleimhaut und die Darmflora. Diese sollten ebenfalls getestet und bei Bedarf mit optimalen Nahrungsergänzungsmitteln aufgebaut werden.

8. Darmflora und Ihre Darmschleimhaut schützen

Die Darmflora und die Darmschleimhaut werden durch folgende Nahrungsmittel bzw.  Faktoren geschädigt: Zucker, Glukosesirup, Schweinefleisch, Transfette, Stress, Umweltgifte, Medikamente (besonders bestimmte Antibiotika).
Um Ihre Darmflora zu schützen, meiden Sie daher diese Faktoren, so gut es geht.

9. Verdauungsorgane stärken

Stellen Sie sicher, dass Ihr Magen, Ihre Bauchspeicheldrüse und Ihre Galle gut funktionieren und stärken Sie diese. Denn ohne die richtige Funktion dieser Organe wird Ihr Darm geschädigt.

10. Darmsanierung machen

Eine professionelle Darmsanierung zahlt sich in jedem Fall aus, und diese ist durch nichts zu ersetzen. Diese besteht aber nicht nur aus einer wahllosen Probiotika Einnahme von nicht bioenergetisch getesteten Probiotika

Eine strukturierte Darmsanierung besteht aus:

  1. Darmreinigung
  2. Harmonisierung des Darmmilieus durch spezielle Ernährungsrichtlinien
  3. Eliminierung von Erregern wie Pilzen, Parasiten und schädlicher Bakterien
  4. Aufbau & Heilung der Darmschleimhaut – vor allem bei Leaky gut und auch bei Nahrungsmittelallergien
  5. Mittel- bis langfristige Regenerierung der Darmflora mit Probiotika & Präbiotika

Mit diesen 10 Schritten können Sie Histaminunverträglichkeiten ganzheitlich lösen und selbst dafür sorgen, dass Ihr Körper Histamin optimal abbauen kann.

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Gesunde und herzliche Grüße
Robert Haas

Literatur

Ausbildung am I.M.U.College for Holistic Health
http://imu-online-college.de/

Dipl. Ing. (FH) Silvia Bürkle
Artikel Lebensmittelzusatzstoffe in CoMed 01/2017